About

Wilmina steht für ein wiederbelebtes Ensemble an einem besonderen Ort. In der Kantstraße 79 in Berlin-Charlottenburg wurden ein ehemaliges Gerichtsgebäude und ein Frauengefängnis von Grüntuch Ernst Architekten transformiert, erweitert und neu programmiert.

Der Haupteingang an der Kantstraße 79 führt in das frühere Gerichtsgebäude, das heute als Kunst- und Kulturraum Amtsalon genutzt wird und Platz für vielfältige Veranstaltungen bietet. Der östliche Eingang führt zum Hotel Wilmina, zum Restaurant Lovis und zur Lovis Bar. Das neue Gebäude Carlotta an der Pestalozzistraße bietet möblierte Wohnungen für einen längeren Aufenthalt und im Erdgeschoss ein Café und ein Sportstudio.

Interview mit den Eigentümern und Architekten

© Architonic AG und BETTE

Das Ziel war es, das Raumkonzept des Gebäudes umzukehren – es von einem Raum der Isolation in einen sozialen Raum zu wandeln. Dabei durfte der Charakter des Hauses nicht verloren gehen – eine echte Herausforderung. Nach Interventionen mit gezielten Öffnungen, Überlagerungen, Verschiebungen und Durchdringungen im  Bestandsgebäude kann man das Gefängnis jetzt räumlich neu entdecken, ohne die Spuren der Vergangenheit zu verlieren.

Mittels Durchbrüchen wurden die früheren Haftzellen zu größeren Einheiten mit unterschiedlichen Grundrissen verbunden. Die Zellentüren sind noch original – aber die Räume dahinter sind nun hell und fließend. Vor dem Umbau lagen die kleinen vergitterten Fenster der ehemaligen Zellen sehr hoch  an der Fassade, um den Blick nach außen zu verwehren.  Diese Öffnung in der Mauer wurde vergrößert und die steinernen Fensterbänke weiter unten wieder eingebaut.

Die zuvor versiegelten Höfe wurden entsiegelt und üppig begrünt, ebenso wie die Dächer und Fassaden.

Die entfernten Ziegelsteine wurden für einen kleinen Erweiterungsbau eingesetzt. Dessen neue, raumbildende Mauer fügt sich ganz unbemerkt in den inzwischen üppig bewachsenen, großen Gartenhof ein – so entstand ein Ruhepol mitten im hektischen Treiben der Berliner City-West.

Timeline

1896

Vor den Toren Berlins wurde das Strafgericht und das dazugehörige Gefängnis von den Architekten Bürckner und Fürstenau als freistehende Bauwerke errichtet.

1920

Eingemeindung in Groß Berlin. Schnell ist die Stadt gewachsen und das Gefängnis war dann nicht mehr sichtbar im Block versteckt.

In den fast 90 Betriebsjahren hat das Gefängnis alle Kapitel der deutschen Justizgeschichte erlebt und ist auch ein Erinnerungsort für die hier inhaftierten Widerstandskämpferinnen der Roten Kapelle u.a. Cato Bontjes von Beek, Libertas Schulze-Boysen geworden.

Während der Studentenunruhen der 60er Jahre war hier u.a. die Schriftstellerin Ulrike Edschmid inhaftiert.

Zuletzt diente das Haus als Jugendarrestanstalt.

1985

Das Gefängnis wird geschlossen.

Das leerstehende Gebäude wird als Archiv des Grundbuchamtes und zeitweise als Fotolocation für Musikvideos und als Filmset für verschiedene Produktionen genutzt. Unter anderem für der Vorleser mit Kate Winslet.

2011

Die Architekten beginnen mit der behutsamen Transformation der Gebäude und der Renaturierung der Freiflächen.

Bereits während der zeitintensiven Verwandlung wird das Grundstück der Öffentlichkeit mit Events und Ausstellungen zugänglich gemacht.

Das ehemalige Gerichtsgebäude erstrahlt als showroom der kanadischen Firma Bocci im Glanz der Lichtinstallationen.

2022

Im April empfängt das Hotel Wilmina die ersten Gäste.

Unter der kulinarischen Leitung von Sophia Rudolph eröffnet das Restaurant Lovis im ehemaligen Schleusenhof.

Presse

Awards

Architekturpreis Berlin 2023

Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur 2022

196+ Hotelimmobilie des Jahres 2022

Gewinner BDA Preis Berlin 2021
(Bund Deutscher Architekten)

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